Gebet für die Gemeinde
Okt
Eine Busse erhalten ist hässlich, Busse tun ist das Schönste, was es gibt!
Das die Grundaussage der Predigt.
Busse ist ein missverständliches und daher heute wenig verwendetes Wort. Und wenn das "Verkerhrsbussen" Verständnis auf die biblische Busse angewendet wird, endet es katastrophal.
In Neuen Testament der Lutherbibel kommt Busse ca. 50 x vor, in der Guten Nachricht jedoch gar nie. Wo in Luther «Busse» steht, hat die Gute Nachricht und viele andere Übersetzungen «Umkehr, kehrt um, Bekehrung» verwendet. Diese Übersetzung des griechischen Wortes metanoia wird heute besser verstanden.
Was Busse oder Umkehr bedeutet und wie das ablaufen kann, zeigt die Geschichte vom Zöllner Zachäus sehr schön auf (Lukas 19,1-10).
Es beginnt damit, dass Jesus bei den Menschen einkehrt, seine Gnade geht allem Voraus.
Zachäus erkennt das und wendet sich von seinen falschen Göttern ab und wendet sich Jesus zu. Dieser Vorgang betrifft ihn ganzheitlich:
- Er erkennt verstandesmässig, dass Jesus der wahre Gott und Retter ist. Zachäus denkt um, er versteht, was Jesus für ihn getan hat.
- Zachäus ist auch emotional getroffen: Er freut sich und erschrickt gleichzeitig an dem, was er getan und auch nicht getan hat.
- Und es betrifft ihn auch in seinem Tun und Wollen: Er ändert sein Leben. Er gesteht sich ein, dass sein bisheriger Weg falsch war. Bei Zachäus: Er gibt die Hälfte seines Vermögens ab und entschädigt die ungerecht behandelten vierfach.
Und so kommt Vergebung und Heil in sein Leben hinein und ein wahrer Sohn Abrahams vor uns (Vers 9). Ein Kind Gottes, wie wir sagen würden.
Und frei nach Altbundesrat Ogi: Freude herrscht!
Ist diese Bekehrung / Umkehr / Busse eine einmalige Sache?
Hat Zachäus dies nun erledigt und kann sich jetzt anderen Dingen zuwenden?
Definitiv Nein. Zachäus hat den Grundsatzentscheid gefällt. Er hat sich von den falschen Göttern abgewendet und sich Jesus zugewendet. Er ist ein Kind Gottes. Aber immer wieder werden die alten Götter und Versuchungen an seinem Ego kitzeln und ihn versuchen vom guten Weg abzubringen. Und daher braucht es auch immer wieder die tägliche Feinjustierung auf Gott hin oder auch eine radikale Umkehr.
Wir alle haben es immer wieder nötig, uns neu auf Gott hin auszurichten. Und immer wieder mal zu erschrecken, zu was wir fähig sind – und was wir tun. Und dann um Vergebung zu bitten und in der Gnade Gottes zu baden.
Wir haben es nötig, das, was uns Jesus im Unser Vater Gebet lehrte, ständig zu praktizieren, also zu beten: Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und in allem drin: Sich zu freuen, dass Jesus in unserem Lebenshaus unser Gast ist,
und Heil und Frieden in unser Leben bringt.
Die Gemeinde aus dem Dorf. Alle sind herzlich willkommen!